Gewusst wie und was - das gilt auch für Kunststoff. Daher haben wir einige wichtige Begriffe für euch aufgeführt und kurz erläutert.
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Duroplast |
Duroplaste sind Kunststoffe, die nicht mehr wie die Thermoplaste durch Druck und Temperatur umgeformt werden können. |
| Extrusion | Kontinuierliches Schmelzen von Kunststoffen. Die Schmelze wird dann durch eine formgebende Düse gedrückt, und anschließend abgekühlt. Dieses Verfahren dient zur Herstellung von Profilen, Platten oder Folien. |
| Förder-/Trockengerät | Geräte, die Kunststoffgranulat in die Verarbeitungsmaschinen transportieren und ihm dabei störende Feuchtigkeit entziehen. |
| Granulat | Viele Kunststoffe werden in dieser Form als kleine Körner produziert und verarbeitet. Die Körner werden bei der Verarbeitung durch Druck, Reibung und Temperatur geschmolzen. |
| Mehrkomponentenverarbeitung | Immer mehr Kunststoffteile bestehen aus zwei oder mehreren Kunststoffarten, die gemeinsam auf einer Spritzgießmaschine verarbeitet werden. |
| Rezyklat | Aufbereiteter Kunststoff, der schon einmal verarbeitet wurde und wieder verwendet werden kann. Sozusagen "Second-Hand-Kunststoff". |
| Handling | Automatisierte Helfer, die zum Beispiel Teile aus Spritzgießmaschinen entnehmen und zur Weiterverarbeitung ablegen. |
| Schnecke | Befördert das Kunststoffgranulat in das Werkzeug. Zentrales Element von Spritzgießmaschinen oder Extrudern. Sieht aus wie das Ding in einem Fleischwolf. |
| Schließeinheit | Hält das Werkzeug in einer Spritzgießmaschine zusammen und öffnet es nach dem Einspritzen und Abkühlen des Kunststoffprodukts. |
| Spritzgießen | Wichtigstes Verfahren zur Herstellung von Formteilen aus thermoplastischen Kunststoffen. |
| Spritzeinheit | In ihr arbeitet die Schnecke. Zylindrisches Rohr mit Schläuchen und Motoren. Findet sich an den meisten Spritzgießmaschinen vorne rechts. |
| Temperiergerät | Sozusagen eine externe Heizung oder Kühlung, die die gewünschte Temperatur für die Kunststoffverarbeitung herstellen kann. |
| Thermoplaste | Kunststoffe, die in einem bestimmten Temperaturbereich im Gegensatz zu Duroplasten immer wieder umformbar sind. |
| Werkzeug | In das Werkzeug wird der verflüssigte Kunststoff eingespritzt. Kann man sich prinzipiell vorstellen wie ein Waffeleisen. Die Kontur des gewünschten Produktes ist ausgespart, so dass der Kunststoff diesen Hohlraum ausfüllen kann. |
PP, PA, PU? Nie gehört!
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Wahrscheinlich habt ihr die Begriffe "PP", "PA" oder "PU" schon gesehen - beispielsweise auf Kunststoffbechern. Aber ihr wisst vielleicht nicht, was sich dahinter verbirgt. Wir haben aber täglich mit PP, PA oder PU zu tun. Hier folgt die Aufklärung! "PP" steht für "Polypropylen". Polypropylen ist der jüngste Massenkunststoff mit einem sehr breiten Anwendungsgebiet. Dieser Kunststoff ist ausgesprochen reibungsfest und hitzebeständig, leitet keine Elektrizität und isoliert sehr gut. Finden könnt ihr PP zum Beispiel im Umfeld medizintechnischer Artikel, von Haushaltsgeräten, Spielzeugen, Autos, Sportartikeln, |
Andere wichtige Abkürzungen sind "PU", "PS" oder "PA". "PU" steht für Polyurethan: Weiches, aufgeschäumtes Polyurethan wird für Kissen, Matratzen und Verkleidungen verwendet. Hartes Polyurethan dagegen wird in der Automobilindustrie, im Bauwesen und in der Möbelindustrie
eingesetzt. Mit "PS" kürzt man Polystyrol ab. Es ist als Verpackung, für Spielzeuge, im Bauwesen, für Haushaltsgeräte und elektrische Bauteile im Einsatz.
" PA" bedeutet Polyamid: Hieraus sind die weltberühmten Nylonstrümpfe gemacht. 1930 wurde in den USA der erste Faden einer synthetischen Faser hergestellt. 1937 waren die ersten 6 Millionen Paar Nylon(r)-Strümpfe binnen nur 4 Tagen verkauft. Etwa zeitgleich wurde in Deutschland ein Polyamid aus anderen Ausgangsstoffen entwickelt, bekannt unter dem Markennamen Perlon(r). Die Anwendungsbereiche sind nahezu unbegrenzt: Automobilindustrie, Elektronik und Elektrotechnik, Türgriffe, Präzisionsteile, Folien oder chirurgische Instrumente. Ihr seht also, es lohnt sich, bei Kunststoffen hinter die Buchstaben zu schauen. Wenn Kunststoffe erhitzt und in flüssigem Zustand unter hohem Druck in eine Form gespritzt werden, nennt man das "Spritzgießen". Diese Technologie wird allgemein als das wichtigste Verfahren zur Herstellung von Kunststoff-Formteilen betrachtet. Fertigteile von weniger als 1 Milligramm bis zu mehr als zehn Kilogramm können in Zeiten von Sekunden bis zu mehreren Minuten hergestellt werden. Produziert werden solche Teile auf sogenannten Spritzgießmaschinen in Werkzeugen. Damit die Form auch stimmt, sind die Hohlräume dieser Werkzeuge negativ ausgeformt, so dass das
Spritzgießen: Bringt Kunststoffe in Form!
Kunststoff-Teil nach dem Erkalten und der Entnahme aus dem Werkzeug die gewünschte positive Form besitzt.

Spritzgießen so vielfältig wie Kunststoff-Teile
Die Arbeitstechniken sind vielfältig und weitgehend automatisiert. Es ist so möglich, nahezu alle Formen, Farben und Größen von Spritzgießteilen herzustellen. Der Ablauf eines Spritzgießvorgangs lässt sich grundsätzlich so beschreiben: In einen Trichter wird Kunststoff-Granulat eingefüllt. Von dort gelangt es in das Spritzaggregat, wo es wie in einem Fleischwolf von einer Schnecke eingezogen, weiter zur Düsenspitze transportiert und währenddessen erwärmt sowie unter Druck gesetzt wird. In das geschlossene Werkzeug, auch Form genannt, das in der Schließeinheit der Maschine platziert ist, wird nun der geschmolzene Kunststoff hinein gespritzt, damit er sich überall gleichmäßig verteilen kann. Danach wird das Werkzeug, das aus zwei Hälften besteht und in der Mitte geteilt ist, auseinander bewegt und die fertigen Kunststoff-Teile können entnommen werden. Wenn in einem Werkzeug nicht nur ein, sondern gleichzeitig mehrere Teile "gespritzt" werden, kann eine Tagesproduktion unter Umständen mehrere 10.000 Stück betragen.
Österreicher sind Pioniere des Spritzgießens Geht es bei der Herstellung von Spritzteilen um einen sich mehrfach wiederholenden Prozess, so spricht man bei der Produktion von extrudierten Komponenten von einer kontinuierlichen Herstellung. Hier wird ohne Pause Kunststoff aufgeschmolzen und - sozusagen am Stück - in eine meist flächige Form gebracht. Verpackungsfolien, Kunststoffrohre und auch Fensterprofile entstehen auf diese Weise. Extrudiert werden Kunststoffe vor allem zur Herstellung von Profilen, Tafeln, Folien und Kabelummantelungen. Dabei können weit mehr als 1000 Kilogramm Kunststoff pro Stunde
Österreich gehört zu den Pionieren, was die Entwicklung der Spritzgießtechnik angeht. Mit der Engel Firmengruppe, einem familiengeführten Unternehmen aus Schwertberg, und der Battenfeld Kunststoffmaschinen Ges.m.b.H., einer Tochter der SMS Kunststofftechnik, sind zwei Spritzgießmaschinenbauer in Österreich vertreten, die auf ihrem Gebiet zu den Weltmarktführern zählen. Wer interessiert ist, schaut im Internet unter http://www.engel.at/ und unter http://www.sms-k.com/.
Extrusion: Folien, Profile oder Platten am laufenden Meter
verarbeitet werden. Speziell zur Herstellung von Folien werden heute zunehmend sogenannte Blasfolienanlagen eingesetzt. Hier wird die Kunststoffmasse aus dem Extruder über einen Blaskopf mit Druckluft sowie eine ringförmige Kühlung zu einem Kunststoffschlauch aufgeblasen und geformt. In der mehrere Meter hohen und senkrecht arbeitenden Anlage wird der Kunststoffschlauch über Leitbleche und Quetschwalzen zu einer Folienbahn zusammen geführt und schließlich nach einer Abkühlphase zur Weiterverarbeitung direkt aufgerollt. Neben dem Extrudieren können Folien und Platten auch kalandriert werden. Hierbei wird das Kunststoff-Granulat durch erhitzte, gegenläufig drehende Walzen in Form gebracht. Auf diese Weise entsteht über mehrere Walz- und Wickelvorgänge eine fertige Folie oder Platte.

Wie Fenster hergestellt werden
Der durch den Extruder aufbereitete Kunststoff wird in spezielle formgebende Werkzeuge geleitet. Auf den sogenannten Kalibrierstrecken werden Rohre und Profile in Form gehalten und entweder mit Luft oder mit Flüssigkeit abgekühlt. Auf einer nachfolgenden Schneid- oder Trenneinheit werden die Endlosprofile oder -rohre dann auf handelsübliche Längen geschnitten. Heute wird nicht nur herkömmlicher Kunststoff auf solchen Anlagen verarbeitet, sondern auch mit Holzpulver oder anderen natürlichen Materialien versetzte Mischungen. So entstehen etwa Fensterprofile in täuschend echtem "Holzlook".
Österreich auch hier Vorreiter
Österreich gehört auch im Bereich des Extrusionsanlagenbaus zu den technologischen Vorreitern. In Oberösterreich produzieren beispielsweise die Technoplast Kunststofftechnik GmbH & Co. KG und die Greiner Extrusionstechnik GmbH, zwei weltweit agierende Unternehmen, Anlagen für die Strangund Profilextrusion. Topf Kunststofftechnik und Gruber & Co. Extrusionstechnik sind zwei weitere bekannte Maschinenbauer. Anlagen zur Folienextrusion stellt etwa die SML Maschinengesellschaft her. Weitere Informationen zu diesem Bereich unter http://www.greiner-extrusion.at/, http://www.technoplast.at/, http://www.topf.at/, http://www.gruberextrusion.com/ oder http://www.sml.at/.